WELTERNÄHRUNG / GLOBAL NUTRITION

„Wenn ich um die Welt reise, sehe ich, wie arme Länder ihr Getreide an den Westen verkaufen, während ihre eigenen Kinder in ihren Armen verhungern. Und der Westen verfüttert diese Getreide an ihre „Nutztiere“. Nur damit wir ein Steak essen können? Bin ich denn der Einzige, der sieht, dass das ein Verbrechen ist? Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes. Wenn ich diesem Kind in die Augen blicke, wie kann ich dann noch schweigen? Die Erde kann genug Nahrung produzieren, um die Bedürfnisse aller Menschen, nicht jedoch die Gier aller Menschen zu befriedigen.“

– Philip Wollen, preisgekrönter Philanthrop und ehemaliger Vizepräsident der Citibank

Auf der Homepage der ‚ Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt‚ ist die Bedeutung einer veganen Ernährung in Bezug auf die Welternährung in einer kurzen Zusammenfassung verständlich erklärt:

Tierproduktion und -konsum verschwenden Ressourcen

Wie stark allein die globale Produktion von rund 324 Mio. Tonnen Fleisch (2017) in Konkurrenz zur Ernährungssicherheit steht, kann anhand eines einfachen Zusammenhangs verdeutlicht werden:

Bereits 35 % der weltweiten Getreideernte werden – mit steigender Tendenz – für die Tierfütterung eingesetzt. Hinzu kommen 70 bis 75 % der globalen Sojaernte. Die Umwandlung dieser pflanzlichen Ressourcen in Tierprodukte geht mit Verlusten der Nahrungsenergie einher: Zwischen 65 und 90 % der pflanzlichen Nahrungsenergie und des Proteins benötigen die gefütterten Tiere durchschnittlich u. a. für den eigenen Stoffwechsel – nur 10 bis 35 % werden zu Fleisch und weiteren Tierprodukten verarbeitet.

Würden die verfütterten pflanzlichen Ressourcen (oder die dafür verwendeten Ackerflächen) direkt für die menschliche Ernährung bereitgestellt werden, so ließen sich damit prinzipiell mehr Menschen ernähren als über den »Umweg Tier«.

Ressource »Ackerfläche« wird verknappt

Problematisch sind die Umwandlungsverluste auch insofern, als dass von den global nutzbaren 1,4 Mrd. Hektar Ackerfläche bereits ein Drittel dem Anbau von Futtermitteln dient. Ebenfalls rund ein Drittel der globalen Ackerfläche ist mittelgradig bis stark degradiert-nicht zuletzt aufgrund intensiver Bewirtschaftungsmethoden, mit denen andauernd maximale Erträge u.a. auf den Futtermittelflächen erzielt werden sollen.  Um nicht noch weitere Ackerflächen für den Futtermittelanbau verwenden zu müssen und den Bewirtschaftungsdruck auf den genutzten Flächen insgesamt zu senken, ist eine Umkehr vom global noch immer steigenden Trend zu mehr Tierkonsum angezeigt. Die Erschließung weiterer Acker- oder auch Weideflächen – etwa über die laufende Rodung des Regenwaldes – kann indes keine Lösung sein: zu groß sind die Umweltschäden durch die dabei in Kauf genommene Zerstörung von Biotopen, die gravierenden Verluste an Artenvielfalt und die dabei freigesetzten, großen Mengen CO2.

Potenziale, nachhaltiger Ernährungsweisen

Verschiedene wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre zeigen die Potenziale auf, die sich aus einer erheblichen Reduktion der Tierproduktion und des -konsums ergeben:

Laut einer Studie der Universität Edinburgh (2017) werden derzeit bei der globalen Nahrungsproduktion rund 1,1 Mrd. Tonnen Feldfrüchte eingesetzt, um daraus nur 240 Mio. Tonnen an Tierprodukten wie Fleisch, Milch und Eier zur erhalten – die Verluste pflanzlicher Nahrungsenergie und Proteine bei der Tierproduktion werden anhand dieser Zahlen besonders deutlich.

Eine Studie der Universität Minnesota (2013) berechnete, dass schon heute vier Mrd. Menschen mehr ernährt werden könnten, wenn die gesamte Getreide- und Sojaernte für die direkte menschliche Ernährung bereitstünde. Die Universitäten Göttingen und Hohenheim zeigten zudem über eine eigene Studie (2013) auf, dass bereits eine Verringerung des Fleischkonsums um 20 % in den Industriestaaten »zu einer spürbaren Verbesserung der Ernährungssituation in Entwicklungsländern« führen könnte.

Bezüglich der Frage, ob im Jahr 2050 alle Menschen ernährt werden könnten, wenn die weitere Abholzung von Wäldern für die Erschließung von Acker- und Weideflächen gestoppt würde, kamen Forscher der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und des Research Institute of Organic Agriculture in einer gemeinsamen Studie (2016) zu einem ebenfalls richtungweisenden Ergebnis:

Von insgesamt 500 berechneten Szenarien erwiesen sich sämtliche Szenarien mit einer veganen Ernährung (inkl. vegane Ernährung und vollständige Bioproduktion) und 94 % der Szenarien mit einer vegetarischen Ernährung als »machbar«. Bei allen anderen Ernährungsweisen sank die Quote der machbaren Szenarien deutlich.

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weiterführende Infos: https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch

„Glauben Sie mir, jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes.“

(Philip Wollen, australischer Philanthrop)

“When I travel around the world, I see poor countries selling their grain to the West while their own children are starving in their arms. And the West feeds these crops to their “farm animals.” Just so we can eat a steak? Am I the only one who sees that this is a crime? Believe me, every piece of meat we eat is a hit in the tear-stained face of a hungry child. When I look this child in the eye, how can I remain silent? The earth can produce enough food to satisfy the needs of all people, not the greed of all people. ”

– Philip Wollen, award-winning philanthropist and former vice president of Citibank

On the home page of the Albert Schweitzer foundation of the fellow-creatures, the meaning of a vegan diet in relation to world nutrition is understandably explained in a short summary.

Wasted resources for animal production and consumption

How strongly the global production of around 324 million tons of meat (2017) competes with food security can be clarified by a simple relation:

Already 35% of the worldwide grain harvest is used – with increasing tendency – for feeding farm animals. In addition to it 70 to 75% of the global soybean is harvested. The conversion of these plant resources into animal products is associated with losses of food energy: On average, animal food requires between 65 and 90% of the plant food energy and protein.    Amongst others for your own metabolism – only 10 to 35% are processed into meat and other animal products.

If the fed-up plant resources (or the arable land used for them) were to be made available for the human diet, then in principle more people could be fed than via the »detour animal«.

Resource »Arable land« is getting scarcer

The conversion losses are also problematic insofar as one third of the globally usable 1.4 billion ha of arable land is already used for the cultivation of animal feed. Also about one third of the global arable land is moderately to heavily degraded – not least due to intensive farming methods, with which constantly maximum yields u. a. to be achieved on the feed surfaces.

In order not to have to use more arable land for animal feed and to lower the management pressure on the land used in total, a reversal of the globally rising trend towards more animal consumption is indicated. The development of other arable or pasture land – such as the ongoing clearing of the rainforest – can not be a solution: too large are the environmental damage caused by the destruction of biotopes, the serious loss of biodiversity and the large quantities released in the process CO2.

Potential, sustainable diets

Various scientific studies in recent years show the potential that results from a significant reduction in animal production and consumption:

According to a study by the University of Edinburgh (2017), around 1.1 billion tons of crops are currently used in global food production to produce only 240 million tons of animal products such as meat, milk and eggs – the losses of plant food and protein The animal production becomes particularly clear on the basis of these figures.

A study by the University of Minnesota (2013) calculated that four billion more people could be fed today if all grain and soybean crops were ready for direct human nutrition. The Universities of Göttingen and Hohenheim also showed through their own study (2013) that a reduction in meat consumption of 20% in industrialized countries could “lead to a noticeable improvement in the nutritional situation in developing countries”.

Researchers at the Alpen-Adria Universität Klagenfurt and the Research Institute of Organic Agriculture came to a joint study on the question of whether all people could be fed in 2050, if the further deforestation of forests for the development of arable land and pastures were stopped (2016) on a likewise trend-setting result:

From a total of 500 calculated scenarios, all scenarios with a vegan diet (including vegan diet and full organic production) and 94% of scenarios with a vegetarian diet proved to be “feasible.” For all other diets, the rate of feasible scenarios dropped significantly.